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Positive Sprache

Mit positiver Sprache im Alltag zum Ziel. Mein Artikel beschreibt positive Sprache und wie du damit eine positive Wirkungen für dich und deine Gesprächspartner erzielst.

 

 

Was wäre, wenn wir alle positiv miteinander sprechen würden?

  • Wären wir dann zufriedener?
  • Könnten wir damit bessere Lösungen finden?
  • Würden wir besser verstehen, was der andere meint
  • Führten wir konstruktivere Gespräche?
  • Wären wir damit mutiger und glücklicher?

Stell dir vor, was dann vielleicht alles möglich wäre in unserem Privatleben, in den Schulen und Kitas und in den Büros, Ämtern, Kliniken oder Geschäften.

In meinem Beitrag erzähle ich, was positive Sprache ist und wie du sie erlernen kannst.

  1. Wie sprechen wir typischerweise?
    • Schlechte Gewohnheiten
    • Beweggründe für negative Sprache
  2. Was ist positive Sprache?
    • Was ist anders, wenn wir positiv sprechen?
    • Was bewirkt positive Sprache?
  3. Effekte positiver Sprache
    • Beobachte dich selbst
    • Dein Ziel auf der Zunge
      • Deine Worte unterstützen dein Ziel
      • Entscheide dich, beziehe Stellung
      • Formuliere um

1. Wie sprechen wir typischerweise?

Die Mehrzahl der Menschen um mich herum benutzt typischerweise oft negative Worte und Formulierungen. Mir passiert das auch immer wieder.

Unsere Sprache kennt viele positive Worte, doch nutzen wir selbst sehr häufig negative Wörter. Warum ist das so?

Schlechte Gewohnheiten

Oft haben wir das in unserem Umfeld schon von Kindheit an gehört und damit selbst übernommen. Nun ist es eine Gewohnheit geworden, über die wir selten nachdenken. Hinzu kommt, dass ein komplizierter Prozess von Biochemie und Wahrnehmung, das Ganze steuert. Wenn wir alles, was in uns abläuft bevor wir auch nur ein Wort sprechen, bewußt steuern würden, käme nie ein Gespräch zustande. Deshalb passiert das alles unbewußt. Wir brauchen also Gewohnheiten, um überhaupt sinnvoll zu kommunizieren.

Je mehr negative Sprache wir gehört haben und weiterhin hören, um so mehr sprechen wir selbst so. Und vielen Menschen um uns herum geht es ganz ähnlich. Ich bemerke, dass ich oft „ich muss“, „aber“ und „nicht“ benutze. Ich sage häufig, was nicht geht und was ich nicht möchte, statt zu sagen was geht oder was ich möchte.

Beweggründe für negative Sprache

Angst, falsche Bescheidenheit oder Neid und Missgunst sind weitere Gründe für negative Sprache. „Ich würde, ich könnte, ich sollte“, sind typische Formulierungen, wenn wir uns unserer selbst nicht sicher sind. Oder wir haben nicht den Mut, zu sagen, „ich kann“, “ich mache“.

Wir haben nicht gelernt, auf unsere Worte zu achten und wissen deshalb nicht, dass wir selbst mit negativen Formulierungen negative Ergebnisse herausfordern. Oft schlagen wir Türen zu, anstatt Wege zu öffnen. Wir begrenzen uns mit negativen Formulierungen selbst. „Ja aber“, „das ist doch Quatsch“, „nichts funktioniert hier“ ist uns schnell über die Lippen gekommen, dabei haben wir noch gar nicht richtig zugehört oder überlegt.

Es geht auch anders

2. Was ist positive Sprache?

Worte haben große Macht, sowohl auf den Hörenden als auch auf den der sie spricht. „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.“, ist eine gängige Redewendung. Oder anders ausgedrückt, welchen Tonfall wir anschlagen und welche Worte wir wählen, ruft ähnliche Reaktionen bei unserem Gegenüber hervor. Wenn das so ist, sollten positive Worte auch positive Gefühle auf beiden Seiten auslösen. Positive Gefühle führen zu entspannten Gesprächen. Sind alle offen und zugänglich gestimmt, führt das häufig zum Ziel.

Was ist anders, wenn wir positiv sprechen?

Wir sprechen klarer und sagen was genau wir gerade denken und möchten. Dafür finden wir Worte, die das beschreiben. Wir müssen für unser Ziel nicht meckern, jammern oder andere erniedrigen oder verbal angreifen. Wir stehen zu unserer Meinung und können deshalb Worte finden, die das konkret ausdrücken. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Entscheidungen. Weil wir Verantwortung übernehmen, ist es nicht mehr notwendig, von „müssen“ zu sprechen. Wir wollen etwas oder wir lassen etwas, weil wir es selbst so entschieden haben.

Mit positiver Sprache streben wir Lösungen an und wollen ein Ziel erreichen. Positive Sprache öffnet dabei die Türen und macht es anderen leicht, in unsere Richtung zu denken. Unsere Sprache lenkt den Fokus auf das Ergebnis. Sprechen wir positiv, lösen wir Offenheit aus. Es entsteht die Bereitschaft, uns zuzuhören und gemeinsam nachzudenken.

Unser Gehirn bekommt durch positive Sprache richtungsweisende Impulse, denn es kann mit den Wörtchen „nicht“ und „kein“ so gar nichts anfangen. Unser Gehirn benötigt aktive, auf das Tun und den konkreten Sachverhalt ausgerichtete Anweisungen. Wir machen es uns leicht, wenn wir ihm mit unseren Worten diesen Gefallen tun.

Was bewirkt positive Sprache?

Wenn Worte die Macht haben, negativ zu wirken, dann gilt das auch umgekehrt. Worte habe große Macht, deshalb können wir mit Worten Glück und Zufriedenheit erreichen, Ergebnisse erzielen und Lösungen finden.

Um es vorweg zu sagen, bei positiver Sprache geht es nicht um Schönfärberei. Auch mit positiver Wortwahl spreche ich kritische Themen an. Ich formuliere dabei so, dass ich den Boden dafür bereite, mit dem andern im Gespräch zu bleiben und gemeinsam ein Ziel zu erreichen.

Effekte positiver Sprache

Die Effekte von positiver Sprache sind vielfältig. Hier stelle ich dir meine kleine Aufzählung zur Verfügung. Ergänze, was dir noch so in den Sinn kommt.

  • ich fühle mich zufrieden und gelassen
  • ich traue mir etwas zu
  • ich bin authentisch
  • ich reagiere angemessen
  • ich nehme bewußt auf, was der andere sagt
  • ich bleibe im Gespräch
  • ich lasse meinem Gesprächspartner die eigene Freiheit
  • ich ermutige
  • ich bin respektvoll
  • ich bin klar
  • ich äußere meine Bedürfnisse
  • ich beeinflusse meine innere Haltung positiv
  • ich entwickle einen positiven Blick auf die Welt
  • ich bin zielgerichtet
  • ich stärke die Selbstwirksamkeit des anderen
  • ich erzeuge Kreativität

Wie du sehen kannst, beeinflusst positive Sprache sowohl uns selbst als auch unsere Gesprächspartner. Den größte Einfluss übt unsere Sprache bei uns selbst auf unsere innerer Haltung, Wahrnehmung und Orientierung aus. Im Gespräch kann positive Sprache Austausch zu ermöglichen.

3. Wie kannst du positive Sprache erlernen?

Die gute Nachricht ist, du kannst lernen, positiv zu sprechen. Dazu gehört nicht viel. Du hast alle Voraussetzungen, die du dafür benötigst schon parat. Es kommt darauf an, dass du sie einsetzt. Und wie du das machst, zeige ich dir jetzt.

Werde Detektiv und beobachte dich selbst

  • Nimm dir Zeit, auf deine Sprache zu achten.
  • Hör dir selbst zu.
  • Nimm bewusst wahr, welche Worte du wählst.
  • Wie fühlen sich deine Worte für dich selber an?
  • Bestärken und motivieren sie dich?
  • Bringen sie dich deinen Zielen näher?
  • Erreichst du mit ihnen, was du dir vorgenommen hast?
  • Versteht der andere, was du sagen und bewirken möchtest?

Indem du dich systematisch beobachtest, kommst du deinem Sprachstil und den Worten, die du oft benutzt auf die Spur. Das ist der erste Schritt. Um deine Sprache positiv zu gestalten, musst du wissen, wie du sprichst. Wenn es dich unterstützt, kannst du dir eine Liste mit oft verwendeten negativen Worten und Formulierungen anlegen.

Achte darauf, in welchen Situationen du wie sprichst. Es kann sein, dass bestimmte Situationen reflexartig Reaktionen und damit auch eine bestimmte Wortwahl auslösen. Zum Beispiel verfällst du vielleicht in Rechtfertigungen, wenn du dich unter Druck gesetzt fühlst, statt deine Sicht sachlich darzustellen. Oder du sorgst dich und schmetterst alles was der andere dazu sagt mit „ja, aber“ ab. Kannst du erkennen, welche Gefühle hinter deinen Worten stecken? Nimm dir einzelne Gesprächssituationen (mit Familienmitgliedern, Arbeitskollegen oder den von dir betreuten Kindern) vor und analysiere sie.

Folgende Fragen helfen dir bei der Analyse deiner Gespräche

  • Was wolltest du mit dem Gespräch erreichen?
  • War deine Wortwahl so, dass sie zum Ziel führen konnte?
  • Fühltest du dich vollkommen verstanden?
  • Hast du dein Gesprächsziel erreicht?

Erkennst du, was negative Sprache dir gegenüber, in dir selbst auslöst? Stell dir Situationen vor in denen jemand etwas von dir wollte oder mit dir zu einem Thema im Gespräch war und du dich nicht gut gefühlt hast. Vielleicht hast du dich missverstanden, nicht akzeptiert oder angegriffen gefühlt. Oder deine Ideen sind abgeblockt und niedergemacht worden. Bist du dann im Gespräch geblieben? Hast du noch offen über gemeinsame Lösungen nachgedacht? Konntest du wohlwollend den Argumenten zuhören? Oder hast du dich innerlich verabschiedet, warst vor den Kopf gestoßen oder wütend?

Diese Erkenntnisse helfen dir, bessere Gespräche zu führen.

Beobachtest du Gesprächssituationen genauer, kannst du viel lernen. Du erkennst dich selbst und erfährst, wann du positive Worte benutzt und was du damit erreichst oder in welchen Situationen du negativ sprichst. Je häufiger du achtsam auf deine Gespräche schaust, um so genauer kannst du Gesprächsverläufe einschätzen. Das bietet dir die Möglichkeit, bessere, zielführendere Worte zu finden.

Dein Ziel auf der Zunge

Du hast schon gelesen, dass dein Gesprächsziel den Ausschlag für gute und sinnvolle Formulierungen geben muss. Denn, was nützt es dir, wenn du im Gespräch zwar viel sagst, deine Kraft und Energie hineinsteckst, um am Ende durch deine eigene Wortwahl, deinem Ziel nicht näher zu kommen.

Welches Ergebnis erwartest du also von einem Gespräch?

Das ist die Frage, die du dir stellen musst. Bei wichtigen Gesprächen (Konfliktgesprächen, Elterngesprächen, Bewerbungsgesprächen, Zielvereinbarungsgesprächen) scheint das selbstverständlich zu sein, wird aber, nach meiner Beobachtung, in der Praxis häufig nicht gemacht. Im Alltag kommst du allerdings auch oft einfach aus der Situation heraus in ein Gespräch und das ist dann ganz spontan. Aber auch dabei kannst du schnell überlegen, welches Ergebnis du dir wünschst.

Deine Worte unterstützen dein Ziel.

Es ist also von Bedeutung, welche Worte du findest. Deine Wortwahl steuert das Gespräch. Du hast es in der Hand, oder besser auf der Zunge, und bestimmst, wohin der „Gesprächshase“ läuft.

Diese 4 Punkte helfen dir dabei:

1. Der andere muss verstehen können was du meinst, also sprich klar aus, was du möchtes.

Beispiele:

  • „Ich möchte mit der Besprechung pünktlich beginnen.“, statt „Immer kommt einer zu spät.“
  • „Ich werde das für dich erledigen.“, statt „Ich würde das eventuell erledigen können.“
  • „Ich schlage Folgendes vor.“, statt „ Ich würde vorschlagen, …“
  • „Geh um die Pfütze herum.“, statt „Nicht in die Pfütze gehen!“

2. Du verzichtest auf Floskeln und ewig langes Ausholen.

Beispiel:

  • Ja, das mache ich gern.“ oder „Ja, das ist in Ordnung.“, statt „Kein Problem.“

3. Deine Worte lenken die Bereitschaft, dein Ziel zu erfüllen, sprich deshalb respektvoll.

Beispiele:

  • „Lass uns gemeinsam überlegen, welche Schritte uns weiterbringen.“, statt „Das ist doch völliger Blödsinn.“
  • „Kannst du versuchen, mit deinem Stift innerhalb der Umrandung zu bleiben?“, statt „Du hast aber über die Ränder geschmadert.“
  • „Eben habe ich mich über die Forderung der Eltern von M. geärgert.“ statt „ Die Eltern sind doch unmöglich.“

4. Du wählst einladende Worte.

Beispiele:

  • „Lass uns mal gemeinsam sehen, wann wir beide Zeit haben, uns die Sache genauer anzuschauen.“, statt „Dafür hab ich keine Zeit.“
  • „Willst du es noch einmal probieren?“ statt „Das hat jetzt aber nicht geklappt.“
  • „Lass doch dein Adlerauge noch einmal die richtige Lösung finden.“ statt „ Das ist aber falsch.“

Deine Gesprächsführung ebnet den Weg zur Erreichung deines Ziels. Deine Worte lassen Raum für Austausch, Argumente und Abwägungen. So kommst du deinem Gesprächsziel schnell näher.

Entscheide dich, beziehe Stellung

Klarheit setzt voraus, dass du dich positionierst. Sei mutig, sage was du willst und meinst. Du wirst besser verstanden. Gesprächspartner reagieren auf klare Formulierungen häufig sehr positiv. Deine Leistung und die Leistung anderer wird damit gestärkt. Sich bestärkt fühlen, führt zu besseren Ergebnissen und Leistungen.

Mit deiner Wortwahl zeigst du, wer du bist. Du setzt damit Veränderung in Gang, denn wenn du selbst an dir arbeitest, wird sich auch in deinem Umfeld etwas ändern. Du wirst anders wahrgenommen und respektiert.

Formuliere um

Positive Sprache ist gar nicht so schwer. Du wirst es sehen. Schon kleine Veränderungen haben eine vollkommen andere Wirkung. Du kannst das nutzen, um deine Sprache positiver zu gestalten.

Aber

Das Wörtchen „aber“ macht alles negativ. Das was vor dem „aber“ steht, ist weniger wert oder wird nicht akzeptiert. Kleine Veränderungen helfen, es positiv zu sagen.

  • drehe den Satz um
    • „Das Kleid ist teuer, allerdings sitzt es perfekt.“, statt „Das Kleid sitzt perfekt, aber es ist teuer.“
  • oder lass den Teil nach dem „aber“ ganz weg
    • „Dein Turm ist ganz schön hoch geworden.“ statt „Dein Turm ist ganz schön hoch geworden, aber er fällt gleich um.“

Nicht

Das Wörtchen „nicht“ wollen wir nicht so oft benutzen. Benutze andere Formulierungen.

  • fordere lieber das Tun heraus
    • „Sprich bitte leiser.“ statt „Sei nicht so laut!“
    • „Halte dich gut fest!“ statt „Fall nicht runter!.“
    • „Du schaffst das noch.“ statt „Du hast es nicht geschafft:“

Nein

Ein „Nein“ wirkt sehr stark. So kannst du es abschwächen.

  • manchmal hilft es, eine Zusage unter bestimmten Bedingungen zu machen
    • „Ja, wenn es für dich passt, dass…“ statt „Nein.“
    • „Unter der Vorraussetzung dass,…..“ statt „Nein.“

Fazit

  • positive Sprache stimmt uns selbst positiv
  • positive Sprache ermöglicht Gesprächsbereitschaft
  • positive Sprache führt zum Ziel
  • es ist einfach, positive Sprache einzusetzten
  • bleib drann und übe, so wird es dir bald leichter fallen

 

Zum Schluss habe ich Worte für dich eingesammelt

https://www.youtube.com/watch?v=PAc8x1m5Cps
Worte für dich

 

 

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf Deine Worte ,denn sie werden Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. „

(Weisheit aus Asien)

 

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