Elternabend auf Abstand – Teil 1

Wir bringen wir Informationen an die Eltern?

Es scheint ja so, dass die Verminderung von Kontakten und die Einhaltung von Abstandsregelungen noch längere Zeit anhalten wird. Das stellt uns Pädagogen vor eine große Herausforderung, nicht nur im Alltag mit den Kindern. Auch die Weitergabe von Informationen an möglichst viele Eltern gleichzeitig und der intensivere Austausch zu Themen, die Eltern und uns bewegen, ist damit nicht mehr wie gewohnt möglich.

Ich frage mich also. Können wir auf lange Sicht Elternabende ausfallen lassen? Wohl eher nicht. Elternabende in gewohnter Form wird es aber noch eine Zeit lang nicht geben. Auf Information und Kommunikation können wir jedoch nicht verzichten.

Wie machen wir das also?

Woraus besteht ein Elternabend neben Begrüßung und Abschluss?

  • Wir reservieren Zeit für den informativen Teil, den wir den Eltern mitteilen möchten.
  • In einem thematischen Teil vermitteln wir Inhalte eines Schwerpunktthemas oder überlegen uns hierfür Methoden, in denen wir die Eltern in Aktion und Beteiligung bringen.
  • Wir reservieren Zeit für die Fragen der Eltern und den Austausch untereinander
  • Manchmal gibt es auch noch den Entdeckerteil, in dem die Eltern Räume und Materialien erkunden oder sich den Portfolios ihrer Kinder widmen können.

Fragst du dich auch, wie wir die einzelnen Bereiche nun in neuer Form umsetzen?

Ich werde in vier Artikeln Punkt für Punkt durchgehen und Ideen dazu entwickeln. Du nimmst dir mit, was für dich oder deine Einrichtung passend scheint und probierst es aus.

Informationen an die Eltern bringen

Das ist nicht so schwer. Hierfür können wir einen Informationsbrief schreiben. In einer gut verständlichen Struktur notieren wir alle notwendigen Informationen. Die schriftliche Form hilft uns dabei, unterschiedliche Informationen zu strukturieren und den Inhalt verständlich zu formulieren.

Folgende Fragen helfen dir, wichtige Details im Blick zu haben. Günstig ist es, Gedanken gleich stichpunktartig zu notieren. Arbeitest du im Team, beantwortet ihr euch diese Fragen am besten gemeinsam. Arbeitest du allein, hast du vielleicht Kollegen in anderen Bereichen, mit denen du alles noch mal durchgehen kannst. Es ist hilfreich, verschiedene Blickwinkel einzunehmen.

  • Welche Informationen sollen weitergegeben werden? Das können folgende Informationen sein.
    • Alltagserzählungen aus dem Gruppenalltag
    • Informationen zu Abläufen im Tagesablauf
    • Ausflugsregelungen
    • Informationen zur Vorbereitung bestimmter Aktivitäten
    • neue Regeln
    • Informationen zu konfliktbehafteten Themen
    • organisatorische Dinge
    • allgemeine Einrichtungsinformationen
    • oder, oder, oder
  • Lassen sich die Informationen kategorisieren? Dann mach das. Es dient der Verständlichkeit.
  • Sind komplett neue Informationen dabei, oder sprichst du neue Eltern an? In diesem Fall kannst du noch nicht auf Vorwissen aufbauen. Das heißt es geht nicht nur um das Erinnern der Eltern an…, sondern es bedarf etwas mehr Erklärung zu den Informationen.
  • Gibt es Informationen die Konsequenzen für die Eltern nach sich ziehen oder sind Fristen einzuhalten? Hier musst du explizit darauf hinweisen, damit das vollkommen klar für alle Eltern ist. Beispiele können sein:
    • die Eltern sollen bis zu einem Stichtag Unterlagen bringen, Unterschriften leisten, etwas bezahlen
    • Regelverstöße ziehen Konsequenzen nach sich – z.B. Mehrbetreuungskosten bei Überschreitung von Betreuungszeiten
    • Schließtage der Einrichtung, an denen die Eltern sich um Ersatzbetreuung bemühen müssen
    • Gibt es Eltern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist? Wenn du dir nicht sicher bist, dass alle Informationen auf schriftlichem Weg verstanden werden können, musst du dir überlegen, wie die Informationen dennoch an die Eltern kommen (Gespräch in kleiner Runde, Übersetzung des Schreibens, Textverständnis mit Bildern unterstützen)

Vielleicht fallen dir selbst auch noch Fragen hierzu ein, die helfen, an alles zu denken. Dann teile sie mit uns.

Je klarer die Einzelinformationen geklärt sind, um so klarer kannst du sie den Eltern in schriftlicher Form vermitteln. Eine solche Elterninformation sollte nicht im Fließtext geschrieben sein. Das ist schwer lesbar und Informationen gehen dabei unter. Untergliedere gut, mache Absätze und arbeite mit Hervorhebung und eventuell mit Bildern.

Mit Informationsbriefen solltest du sparsam umgehen. Haben die Eltern pausenlos neue Infos im Fach, läßt das Interess daran nach. Das kann ich ihnen nicht verdenken, denn die Kita ist ja nicht ihr einziger Lebensinhalt. Infos kommen dann nicht mehr an.

Jetzt hast du einen kleinen Leitfaden, wie Informationen gut an die Eltern weitergegeben werden können.

Im nächsten Teil kümmere ich mich um die Vermittlung thematischer Inhalte auf unterschiedlichen Wegen. Solltest du im Vorfeld dazu schon Fragen oder Wünsche haben, teile sie mir im Kommentar mit. Dann werde ich das berücksichtigen.

Reden ist Verständigung. Hören ist Verstehen. Miteinander reden ist Austausch.

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